Dienstag, 12. April 2016

Mittelbayerische Zeitung: Bier-Tage: Stadt will heuer Exzesse vermeiden

Fest Zum 500. Jahrestag des Reinheitsgebots wird Regensburg zur Stadt des Gerstensafts. Information und Erlebnis statt Gelage und Auswüchse heißt die Devise.


Kein Anziehungspunkt für "Freibier-Gesichter", sondern ein Fest mit dem Anspruch, Informationen und bayerisches Lebensgefühl zu vermitteln, soll heuer der Tag des Bieres werden. Eigentlich sind es drei Tage des Bieres, denn anlässlich des 500. Jahrestags des Reinheitsgebots wird vom 22. bis 24. April in der Innenstadt gefeiert. Dabei wird es weder kostenlosen Gerstensaft noch einen Gratis-Probeausschank geben, stattdessen wird neben der Vielfalt regionaler Produkte zum "normalen" Biergartenpreis mit einer Ausstellung im Historischen Museum und einer begleitenden Chronik zum Thema "Brau-Kunst" sowie Brauereiführungen auch viel Wissenswertes rund um das bayerische "Nahrungsmittel" geboten.

Betrunkene, die orientierungslos umherirrten, Urin-Lachen in Seitengassen und sogar auf einem Kinderspielplatz - das gehörte im Vorjahr leider zur Bilanz des Tag des Bieres. "Null Inhalt, null Qualität, unmöglich": Dieses Fazit zog vor knapp einem Jahr Oberbürgermeister Joachim Wolbergs - und eckte damit bei der Arbeitsgemeinschaft aus sieben Brauereien in Stadt und Landkreis an. Bei einer Pressekonferenz an Bord des Ausflugsschiffs Bruckmadl relativierte er am Montag diese schonungslose Analyse der Veranstaltung.

"Es wird getrunken, aber nicht nur"

"Es sind im letzten Jahr ein paar Dinge passiert, die mir nicht gefallen haben und die ich in der mir eigenen Art hart kritisiert habe", sagte Wolbergs. Dass er dennoch - gemeinsam mit Landrätin Tanja Schweiger - auch heuer wieder Schirmherr ist und sogar selbst vorgeschlagen habe, das Bier-Fest auf drei Tage auszudehnen, habe vorrangig mit zwei Dingen zu tun: einem geänderten Konzept und der Tatsache, dass speziell Bayern in diesem Monat 500 Jahre Reinheitsgebot feiere. "Natürlich wird auch heuer Bier getrunken, aber nicht nur", so der OB, der sich selbst als passionierter Biertrinker outete. "Ich möchte, dass das Fest eine Dauereinrichtung bleibt - für Menschen, die das bayerische Lebensgefühl genießen wollen, mit Bier, aber auch mit viel Information."

Das Programm und die Rahmenbedingungen haben die Arbeitsgemeinschaft aus drei städtischen Stiftungsbrauereien (Bischofshof, Kneitinger und Spital) und vier familiengeführten Landbrauereien (Goß, Deuerling, Prößl, Adlersberg, Schlossbrauerei, Eichhofen, und Spezialbrauerei, Schierling) gemeinsam mit der Stadt und Marketing-Mann Hans-Christian Wagner entwickelt. Wie Wagner unserer Zeitung sagte, gebe es heuer "definitiv kein Freibier und kein Flatrate-Trinken". Zudem soll ein starker Sicherheitsdienst dafür sorgen, dass sich Exzesse wie im vergangenen Jahr nicht wiederholen und alles im Rahmen bleibt.

Kleine Dosen zum Probieren

Tanja Schweiger will auch die Produzenten in die Pflicht nehmen. Lebensgefühl hin oder her - bei Bier handle es sich um ein alkoholisches Getränk. "Und beim Thema Alkohol geht es immer auch um Verantwortung. Dessen sind sich die Brauereien aus Stadt und Landkreis aber bewusst", sagte die Landrätin. Sie findet es gut, dass Bier auch in kleinen Mengen verkauft wird und es auch Alkoholfreies gibt.

Am Haidplatz etwa bieten die sieben Brauereien jeweils drei verschiedene Sorten aus ihrem Haus zum Verkosten an - in einer für Biertrinker schon fast "homöopathischen Dosis" von jeweils 0,1 Liter. Unterschiede im Geschmack zu erkennen und vergleichen zu können, ohne gleich einen Humpen vorgesetzt zu bekommen - das steckt hinter der Idee.

www.tag-des-bieres.com



Fazit: Die BRD huldigt der Reinheit ihrer Gebräue.