Samstag, 9. April 2016

dasding.de: Unfall als Schocktherapie: "Alkohol geht nur ganz oder gar nicht"

Tobias musste sich regelmäßig von seinen Freunden erzählen lassen, wie der vergangene Abend geendet hat. Bis er besoffen einen Autounfall hatte. Dann kam der krasse Schlussstrich.

Wenn Du es mit dem Auto nicht mehr in die Hofeinfahrt schaffst

Tobias aus Mainz war gerade 18 und hatte ganz frisch seinen Führerschein. In dieser Zeit hieß es natürlich jedes Wochenende: Party machen und zwar mit ganz viel Alkohol. Mit dem eigenen Auto haben sich da natürlich gleich ganz neue Möglichkeiten ergeben. Ein Problem gab es aber regelmäßig: Tobias hat sich auch komplett dicht immer wieder ins Auto gesetzt.
"Eigentlich hat sich da nichts wirklich anders angefühlt", erinnert er sich an seine Fahrten weit über der 0,0 Promilleregel. "Ich hab' dann aber schon gemerkt, dass ich etwas desorientiert war." An einem Abend ging es dann nämlich ganz schön blöd aus für den Mainzer. Mehrere kleine Unfälle auf wenigen Kilometern, die er einfach nicht bemerkt hat. Am Ende hat er dann sogar einfach das Auto mitten auf der Straße vor dem Haus abgestellt und ist besoffen in sein Zimmer gefallen. Sein Vater hat sich am nächsten Morgen gefreut, dass sein Sohn das Auto immerhin stehen gelassen hat und mit dem Taxi gekommen ist. Es stand ja kein Auto im Hof. Bis er dann auf die Straße geschaut hat...

Etwas daraus gelernt? "Das Beste was mir passiert ist"

Wenig später stand dann auch schon die Polizei vor der Tür. Alkoholtest und das volle Programm. "Ich hatte in erster Linie Angst", erinnert sich Tobias. "Das hat dann auch jemand gesehen und die Polizei wurde eingeschaltet." Am Ende gab's dann "nur" 40 Stunden Sozialdienst in einer Jugendherberge, die für ihn aber "sehr fair und überhaupt nicht nervig" waren.
Die Konsequenzen hat der 18-Jährige dann aber für sich sofort gezogen: "Ich kenne mich und ich wusste, wenn ich es mit weniger versuchen will, dass es nicht hinhauen würde. Deshalb dann ganz oder gar nicht." Am Ende hat er sich für "gar nicht" entschieden, was gerade seine Freunde am Anfang natürlich nicht wahrhaben wollten. Bis er dann immer wieder am Wochenende abgesagt hat. Feiern ohne Alkohol? Das war für Tobias irgendwie nicht das Richtige.

Wenn das Wochenende plötzlich mehr ist als Saufen und Pennen

Gerade mit 18 können sich die Wenigsten vorstellen, ein Wochenende ohne Party und Alkohol zu verbringen. Macht ja schließlich jeder und macht ja auch Spaß. Tobias' Freunde wollten ihm die Entscheidung, dass er in Zukunft in der Disco nur noch Cola und Wasser trinkt, nicht abkaufen. Auch wenn er ihnen "immer wieder erzählt" hat, "was man an einem Wochenende alles machen kann, wenn man den ganzen Tag nutzen kann."
Der heute 25-Jährige ist glücklich mit seiner Entscheidung gegen den Alkohol. "Mal ein Bier mit dem Opa beim Fußball" gönnt er sich zwar weiterhin. Auf die Idee, dann den Autoschlüssel in die Hand zu nehmen, würde er jetzt aber nicht mehr kommen.

Fazit: Wer säuft, braucht den Schlaf.